Mein Camino 2014
Mein 1. Camino ist seit ein paar
Tagen vorbei...
und es hatte von allem ein bisschen :)
Ich hatte Regen, Sonne, Hitze und Kälte. Vom
Menschenschlag her war es bunt gemischt, genauso wie die verschiedensten Länder
vorhanden waren.
Meine Anreise war ok und ich würde wieder mit der Bahn
nach Basel fahren, mit dem Bus zum Flughafen und nach Madrid fliegen. Von dort
aus bin ich mit einem Busunternehmen nach Logroño gefahren. Die Busfahrt war
sehr angenehm, mit WC im Bus, mit TV und Radios an den Sitzen zum Musik hören.
Am nächsten Tag ging es dann nach Ventosa, meine
ersten 18km.
Nun könnte ich hier jeden Tag posten, aber werde eine
Zusammenfassung schreiben.
Von Ventosa ging es 16km nach Azofra
weiter 23km nach Granon
weiter 16km nach Belorado
weiter 24km nach San Juan de Ortega
weiter 26km nach Burgus
weiter 13km nach Rabè de las Calzadas
weiter 18km nach Hontanas
weiter 28km nach Boadilla del Camino
weiter nach 19km Villalcàzar de Sirga
weiter nach 23km Calzadilla de la Cueza
weiter 22km nach Sahagùn
weiter 18km nach El Burgo Ranero
weiter 19km nach Mansilla de las Mulas
weiter 18km nach Leòn
weiter 20km nach Villadangos del Pàramo
weiter 17km nach Santibànez de Valdeiglesias
weiter 11km nach Astorga
weiter 20km nach Rabanal des Camino
weiter 17km nach Acebo
weiter 16km nach Ponferrada.
Und ging damit insgesamt 401km.
Darauf bin ich stolz!
Anzumerken ist das ich jeden Meter gelaufen bin und
nie ein Stück mit dem Bus gefahren.
Da scheinbar es genug Leute gibt die unschöne Wege wie
z.B. Gewerbegebiete mit dem Bus überspringen. Mit dem Bus fahren kommt für mich
persönlich aber nur bei Krankheit oder Prellung/Stauchung ect in Frage. Für
mich ist mein ausgesuchtes Stück Camino der Weg den ich laufen möchte und nicht
nur die Etappen die mir behagen und mich erfreuen an Schönheit. ;)
Aber jeder kann darüber denken und es handhaben wie
jeder möchte, ich rede hier ausschließlich über meine Person und meine
Ansichten zu dem Thema.
Die 28km nach Boadilla del Camino waren im Übrigen
nicht geplant, aber ich habe eine Abzweigung verpasst und vergeblich nach dem
bestimmten Dorf gesucht. Seit dem weiß ich aber auch dass es Alternativ Wege
des Caminos gibt. Und das ich nicht mehr wirklich weiter als max. 22km am Tag
laufen mag.
Die Aussage " die erste Woche ist die
schlimmste" hörte ich oft und muss sagen sie hatten alle Recht. Nach 2-3
Tagen in meiner 2. Woche ging es körperlich schon viel besser. Vorab hatte ich
von Schulterschmerzen, dass ich kein Glas mehr halten konnte über Rücken,
Beckenschmerzen bis hin zu Bein- Fußschmerzen hin alles. Auch fies juckende
Ausschläge an den Beinen, 2-mal Sonnenbrand trotz eincremen waren mit von der
Partie.
Aber nein, bitte denkt nicht das ich nun hier groß
jammere...aber ich finde bei einer neutralen Ansicht der Dinge auf dem Camino
gehört auch der "negativ" Part dazu. Alles andere wäre für mich schön
Rederei.
Auch in der 2. und 3. Woche hatte ich mal ein wenig Fußweh
oder anderes, insgesamt mal 3 mini Blasen die echt nicht der Rede wert sind.
Aber alles war nicht so schlimm wie in der 1. Woche...
Da war ich echt froh um mein Dolobene Cool Gel, was
die Schulter- Beinschmerzen echt gut gelindert hat. Auch eine Creme gegen den
Ausschlag habe ich gekauft bekommen und somit war das auch nach langer Zeit in
Ordnung.
Wenn ich im Bett lag und vor Schmerzen nicht mehr
schlafen konnte...da wusste ich was ich gemacht habe und danach erst mal ganz
ruhig einen Gang runter geschaltet und langsamer gemacht. Und auch kürzere
Strecken 2 Tage lang genommen. Danach wurde es auch besser, musste halt erst
schauen wo die Grenzen meiner Beine liegen und die kenne ich nun :)
Auf dem Camino lernt man verdammt viel über den
eigenen Körper, meiner hält viel mehr aus als ich es für möglich hielt. Schon
lustig wie wenig wir im Alltag unseren Körper nutzen...er könnte viel mehr.
Wie ein Bekannter aus Canada meinte "der Camino
ist härter als das Militär". Diese Aussage bestätigten mir mehrere Männer
die beim Bund waren. Aber das hört sich evtl. nun auch schlimmer an als es ist.
Alles durchaus machbar und gestorben bin ich ja auch nicht...wie mein Vater so
schön sagt "was nicht tötet härtet ab" ;)
Ich hatte auch wundervolle Kontakte zu Menschen,
schöne Landschaften, konnte viele Tiere beobachten. Wie z.B. Schwalben die ihre
Kinder im Nest füttern, die im Pool badeten, ein freilaufendes Schaaf im
grünen, jede Menge Schmetterlinge, Schnecken (mit und ohne Haus), viele
Armeisenstraßen, sämtliche Insekten wie auch eine Menge Mäuse beim essen
und Echsen.
Ein paar halb verhungernde Katzen, auch Katzenbabys
von 4-6 Wochen waren in Spanien zu beobachten.
Die Meseta bei Hitze ist nicht besonders aufmunternd,
aber egal was kam an Landschaft. Ich habe es einfach so hingenommen, ich hätte
eh nichts ändern können. Also wieso aufregen ;)
Bergauf im Wald war auch sehr schön mit Aussicht,
dieser Aufstieg zum Cruz de Ferro mit dem Ruf das es ja soo schrecklich
sei....war nicht besonders anstrengend, was aber auch am Wetter (nur +10°C und
Regen) liegen könnte. Der Abstieg bis Molinaseca allerdings war für mich
richtig hart. Trotz Bandagen am Knie sehr schmerzintensiv, da es richtig steil Berg
ab geht und das 1,5 Tage bei mir lang.
Nun habe ich in Ponferrada aufgehört und werde genau
dort 2015 weiter laufen bis Santiago und Finisterre.
Auch wenn mein Camino noch nicht abgeschlossen ist,
denke ich über den Norte oder andere Wege nach..ich glaube ich bin Begeistert
:D
Pilgern ist einfach toll, das ganze Laufen gefällt mir
sehr gut. Alleine und ohne Musik den Weg beim Laufen genießen und Glücklich
sein. Abends mit den anderen Pilgern zusammen sitzen und Reden, Singen,
Lachen...Spaß haben.
Zum Thema Packliste würde ich das Inlay, Gabel/Löffel
und die "tupperdose" zu Hause lassen. Den faltbaren Trinkbecher habe
ich unterwegs entsorgt, das trinken daraus ist echt fies. Auch das Wäschenetz
habe ich nie gebraucht und würde es nicht mehr mitnehmen.
Ansonsten habe ich Gegenstände wie z.B. den
Gewürzstreuer, Feuerzeug und Fleece Oberteil selten genutzt, aber da ich sie
genutzt habe...würde ich sie wieder mitnehmen.
Da ich ja Apresspray und Sonnenmilch in 100ml
Sprühflaschen abgefüllt hatte, würde ich neue Abfüllflaschen bestellen. Die dann
nur 50ml je Flasche betragen, das ist mehr als ausreichend für 3
Wochen...jedenfalls für mich.
602 Gramm würde ich dann für den nächsten Weg
einsparen.
Ob ich dann noch mal über 500 Gramm einspare und mein
Tablet zu Hause lasse entscheide ich dann nächstes Jahr, ich habe es des Öfteren
gebraucht. Aber nicht täglich, eher 1-2-mal die Woche. Dafür würde ich mich überlegen
für Wartezeiten und Siesta ein Kindle Paperwhite mit zunehmen und zu
lesen...aber das ist erst nächstes Jahr ein Thema.
Ansonsten würde ich meine Kleidung nicht wieder in
einen extra Kompressionsbeutel stecken, habe diesen auch unterwegs entsorgt da
er beschädigt wurde. Mit meinen 2 Wasserdichten Packsäcken kann ich das einfach
besser, kompakter im Rucksack verteilen. Und ich würde den Schlafsack (wie ich
es zum Schluss tat) immer nach Oben packen, da ich ihn als 1. in der Herberge
brauche und am Morgen auch als letztes. Mich hat 2 Wochen diesen 3-mal aus und
einpacken damit der Schlafsack unten im Rucksack lagert extrem gestört... ;)
Die Abreise war auch ok, wieder Bus nach Madrid, noch
1,5 Tage dort verbracht. Flug nach Basel und mit dem Zug dann bis nach Hause.
Würde beim nächsten Mal aber lieber mit Bus oder Nachtzug von Santiago oder
Umgebung nach Hause fahren...da so entschleunigt die ersten 2 Stunden Busfahrt
mir nicht gut bekommen sind. Es fühlte sich viel schneller an als vor dem Weg
und mir war sehr sehr übel. Der Flug war auch sehr schnell, so dass ich
Gedanklich immer noch nicht nach 4 Tagen richtig angekommen bin.
Der Camino verändert einen...heißt
es. Ich persönlich würde sagen man verändert sich auf dem Weg.
Ich habe mich verändert und es
bei vielen gehört das es ihnen genauso geht. Es sind die Gedanken die kommen,
aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Über die Dinge die andere auf dem Weg
zu einem sagen, was sie tun und wie sie es tun.
Der Weg gibt einem was man
braucht, ja das mag so sein. Aber so sehe ich das das ganze Leben.
Er entschleunigt, macht
den Kopf frei...bei mir war das nicht anders.
Und nun heißt es wieder Alltag
leben, alles wieder schnell machen...an alles wieder denken. Aber nach über 3
Wochen ist das verdammt schwer. Derzeit geht mir nichts leicht von der Hand und
mach alles umständlicher, langsamer. Bin schreckhafter geworden mit den ganzen
Geräuschen um mich herum und bin gespannt ob es in ein paar Tagen oder Wochen
wieder so läuft wie vor dem Weg...
Ein paar Dinge werde ich in meinem Leben verändern, weil ich diese einfach nicht mehr brauche. Im übrigen habe ich in den Wochen insgesamt 3kg abgenommen. :)
Hier noch ein paar Schnappschüsse von den über 800
Fotos die ich gemacht habe, unsortiert...


























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